Website für Verein: 4 Wege im Vergleich (Baukasten, Agentur, WordPress, Vorlage)

Website für Verein erstellen

Wer eine Website für einen Verein erstellen will, steht zuerst vor der Grundsatzfrage: womit machen wir es?

Zeit ist knapp. Budget auch. Und niemand im Verein hat Lust, daraus ein monatelanges Nebenprojekt zu machen, das am Ende doch wieder liegen bleibt.

Realistisch gibt es vier Möglichkeiten, wie Vereine heute zu ihrer Website kommen:

  1. Website-Baukasten
    Schnell startklar, aber man bindet sich stark an einen Anbieter.
  2. Agentur oder Freelancer
    Bequem, professionell – und oft teuer. Änderungen und Betreuung bleiben meist externe Themen.
  3. WordPress selbst von Grund auf aufsetzen (DIY)
    Sehr flexibel, aber nur dann sinnvoll, wenn jemand Zeit und Lust hat, sich einzuarbeiten.
  4. WordPress mit einer Vorlage
    Schneller Einstieg, überschaubare Kosten und trotzdem genug Spielraum für später.

Für viele Vereine ist die vierte Option der pragmatische Mittelweg: schnell online, niedrige Fixkosten, später ausbaubar.

Welche Lösung sich wann lohnt – und wo typische Stolperfallen lauern?

Baukasten vs. Agentur vs. WordPress: der direkte Vergleich

Bevor man sich in Details und Funktionen verliert, hilft ein Blick auf Dinge, die im Vereinsalltag wirklich zählen: Zeit, Kosten, Abhängigkeiten und Pflegeaufwand.

KriteriumBaukastenAgentur / FreelancerWordPress selbst (DIY)WordPress mit Vorlage
Zeit bis online🟢 schnell🟡 mittel🟡 mittel🟢 schnell
Einmalkosten🟢 keine🔴 hoch🟢 keine🟡 mittel
Laufende Kosten🟡 mittel🔴 mittel–hoch🟢 niedrig🟢 niedrig
Technik🟢 niedrig🟢 niedrig🟡 mittel🟢 niedrig
Inhaltspflege🟢 einfach🟡 mittel🟡 mittel🟢 einfach
Erweitbarkeit🔴 begrenzt🟢 flexibel🟢 flexibel🟢 flexibel
Abhängigkeit🔴 hoch🟡 mittel🟢 keine🟢 keine
  • Baukasten ist der schnellste Einstieg, wenn es wirklich nur um „irgendwas online“ geht. Der Preis dafür ist meist eine hohe Bindung: Funktionen, Design und manchmal sogar Inhalte lassen sich später nur innerhalb des Systems sinnvoll weiterentwickeln.
  • Agentur/Freelancer nimmt Arbeit ab, aber die Website bleibt oft ein extern betreutes Projekt. Das merkt man spätestens dann, wenn kleine Änderungen wieder „auf Zuruf“ passieren müssen – oder wenn die Zusammenarbeit endet.
  • WordPress selbst (DIY) ist flexibel und langfristig günstig. Es ist aber selten „mal eben“. Die meiste Zeit geht nicht fürs Schreiben drauf, sondern fürs Aufsetzen: Theme-Auswahl, Plugins, Datenschutz, Struktur, Geschwindigkeit, Backups. Das ist machbar – aber es ist ein eigenes Projekt.
  • WordPress mit Vorlage ist der Mittelweg, den viele Vereine unterschätzen: Der technische Unterbau steht bereits, die Struktur ist fertig, und trotzdem bleibt WordPress voll nutzbar. Man ist nicht im Baukasten gefangen und nicht von einer Agentur abhängig – aber man startet nicht bei null.

Kurz: Baukasten ist schnell, Agentur ist bequem, DIY ist flexibel – und die Vereinswebsite auf Basis einer Vorlage ist oft die pragmatische Kombination aus schnell und dauerhaft günstig.

Was kostet eine Vereinswebsite wirklich?

Bei Kosten typischer Fehler ist: Man vergleicht nur den Startpreis und vergisst dabei laufenden Kosten und den Zeitaufwand.

Darum lohnt sich die Unterscheidung: Was kostet der Einstieg – und was kostet die Lösung über die Zeit, wenn im Verein wirklich damit gearbeitet wird?

  • Baukasten = Abo.
    Typisch sind zweistellige Monatsbeträge – je nach Paket grob ca. 12–30 € / Monat (bei größeren Paketen auch mehr). Handelsblatt. Der Haken: Sobald mehr gebraucht wird als „eine Seite mit Kontaktformular“, rutscht man schnell in höhere Tarife. Und die laufen weiter – auch wenn die Website gerade nur „mitläuft“.
  • Agentur / Freelancer = hoher Einmalpreis, plus Änderungs-Kosten.
    Der Einstieg liegt oft im vierstelligen Bereich (ab ca. 1.500 € aufwärts, je nach Umfang). Und dann kommt die Frage, die viele erst später stellen: Was kostet jede kleine Änderung? Wenn du das grob überschlagen willst: Dafür gibt’s schon den Rechner im Artikel „Was kostet eine Vereinswebsite wirklich? (mit Kostenrechner).
  • WordPress selbst (DIY) = niedrige Fixkosten.
    Bei vielen Hostern starten WordPress-Tarife sehr günstig. Monatlich sind es dann Webhosting + Domain schon ab 4-5 EUR im Monat zu haben. Teurer wird es meist nicht durch WordPress selbst, sondern durch kostenpflichtige Plugins (für Vereine oft nicht nötig)
  • WordPress mit Vorlage = Einmalzahlung + niedrige Fixkosten.
    Du hast einmal einen bezahlten Start (ähnlich „Baukasten-Gefühl“, nur ohne Abo-Logik) und danach wieder die niedrigen Fixkosten wie bei WordPress: Hosting + Domain ab 4-5 EUR im Monat.

Kostenfallen, die Vereine am häufigsten erwischen:
Baukasten-Abos, die mit jedem Extra teurer werden
laufende Betreuung bei Agenturen („kannst du mal kurz…“) als Dauerposten
Plugin-Wildwuchs bei WordPress, der später Wartung und Probleme erzeugt

Unterm Strich: Wenn ein Verein schnell online sein muss, aber keine dauerhaft zweistelligen Monatsabos bezahlen will, ist WordPress mit Vorlage oft der stabilste Mittelweg: überschaubare Fixkosten, wenig Einrichtungsstress – und keine Sackgasse.

Baukasten: Für wen passt das?

Ein Baukasten ist der schnellste Weg zu einer Website. Einloggen, Vorlage wählen, Text rein, fertig. Das ist genau das Versprechen. Die Frage ist nur: Passt dieses Versprechen zum Vereinsalltag?

Passt gut, wenn …

  • Nur 1–2 Personen die Inhalte der Website (Berichte, Termine usw.) pflegen und es dauerhaft so bleibt
  • Es vor allem um Basis-Infos geht (Startseite, Kontakt, ein paar Unterseiten)
  • keine vereinstypischen Sonderfunktionen geplant sind
  • die Seite schnell online sein soll und später kaum wächst

Kurz gesagt: Baukasten passt, wenn die Website eher eine digitale Visitenkarte ist.

Vorteile
Nachteile
  • sehr schneller Start
  • kaum technische Entscheidungen
  • Design-Vorlagen sehen sofort „okay“ aus
  • Wartung der Plattform übernimmt der Anbieter
  • starke Abhängigkeit vom Anbieter
  • Funktionen wachsen nur im Rahmen des Systems
  • höhere Tarife nötig, sobald Anforderungen steigen
  • Wechsel später oft mühsam (Design, Struktur, Inhalte)

Agentur/Freelancer: Für wen lohnt sich das?

Eine Agentur oder ein Freelancer ist der klassische „Wir geben das ab“-Weg. Design, Technik, Struktur – alles kommt fertig zurück. Für viele Vereine klingt das erstmal sehr entspannt.

Und das kann es auch sein. Wenn die Rahmenbedingungen passen.

Passt gut, wenn …

  • intern niemand Zeit oder Know-how hat (oder es schlicht niemand machen will)
  • Design und Technik „fertig“ gewünscht sind, ohne eigenes Herumprobieren
  • ein vierstelliges Budget für die Erstellung realistisch ist
  • nach dem Launch nicht ständig Kleinkram geändert werden muss

Kurz gesagt: Agentur/Freelancer passt, wenn der Verein die Website als einmaliges Projekt behandeln will – nicht als Dauerbaustelle.

Vorteile
Nachteile
  • Website kommt „aus einer Hand“: Design, Technik und Struktur
  • wenig interner Aufwand beim Aufbau
  • sinnvoll, wenn intern wirklich niemand etwas selbst anfassen soll
  • professionelles Ergebnis ohne Einarbeitung
  • Änderungen kosten oft extra
  • Abhängigkeit: Wissen und Struktur liegen oft extern
  • Übergabe von Logins/Rechten muss sauber geregelt sein
  • wird teuer, wenn Umfang und Funktionen nicht klar abgegrenzt sind

WordPress selbst bauen (DIY): Für wen passt das?

WordPress selbst aufzusetzen ist der „ich mach das ordentlich selbst“-Weg. Du hast volle Kontrolle und bist nicht an einen Anbieter gebunden. Das Versprechen klingt gut. Die Frage ist nur: Gibt es im Verein wirklich jemanden, der es auch umsetzt – und dranbleibt?

Passt gut, wenn …

  • jemand im Verein gutes Wissen im Neuaufbau von WordPress-Webseiten hat
  • dieser jemand 2–4 Tage in Aufbau investieren kann (am Stück oder verteilt)
  • klar ist: WordPress ist nicht nur „einmal bauen“, sondern regelmäßig pflegen
  • ein flexibles System gewünscht ist, dass mit der Zeit individuell ausgebaut werden kann
  • Kostenpunkt und Datenkontrolle Priorität haben.

Kurz gesagt: DIY passt, wenn es eine verantwortliche Person gibt, die WordPress als kleines, wiederkehrendes Routine-Thema akzeptiert.

Vorteile
Nachteile
  • volle Kontrolle über Inhalte, Struktur und Funktionen
  • langfristig günstig (Hosting + Domain)
  • sehr gut erweiterbar, wenn der Verein wächst
  • man ist nicht in einem Baukasten-System gefangen
  • der Anfangsaufbau ist ein eigenes Mini-Projekt (Theme, Basisstruktur, Plugins)
  • Regelmäßige Checks müssen als Routine eingeplant werden
  • Plugin-Auswahl kann schnell ausufern („noch eins…“) und später Probleme machen
  • hängt stark an einer Person im Verein

Wenn du WordPress DIY machen willst und eine klare Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine schlanke Vereinesseite mit WordPress suchst, ist das hier der passende Einstieg.

Vereinsseite mit WordPress-Vorlage

Diese Option liegt zwischen Baukasten und DIY. WordPress ist gewünscht – aber niemand möchte bei null anfangen, sich durch Themes testen oder erst eine Seitenstruktur erfinden.

Dann helfen die fertigen Vereinswebsites von dieser Seite. Das Prinzip ist simpel: Vorlage importieren → Texte und Bilder austauschen → online gehen. Und dabei kein Baukasten-Abo. Nur ein Startvorsprung, der schon funktioniert.

Passt gut, wenn …

  • WordPress als System gewünscht ist, ohne es von Grund auf aufzubauen
  • es im Verein keine Zeit für Theme-Vergleiche und Plugin-Recherche gibt
  • die Website schnell online sein soll, aber später mitwachsen darf
  • mehrere Personen Inhalte pflegen sollen, ohne Technik anfassen zu müssen

Kurz gesagt: Diese Lösung passt für Vereine, die keine Experimente, sondern einen sauberen WordPress-Start wollen.

Vorteile
Nachteile
  • schneller Start ohne Baukasten-Bindung
  • WordPress bleibt vollständig nutzbar und erweiterbar
  • Struktur und Technik sind bereits erledigt
  • geringe laufende Kosten (nur Hosting & Domain)
  • Übergabe im Verein unkompliziert
  • einmaliger Startaufwand (Import + Anpassung)
  • weniger Gestaltungsfreiheit am Anfang als bei komplettem Eigenbau
  • man übernimmt eine vorgegebene Struktur (die aber anpassbar ist)

Wie der Ablauf mit einer Vorlage ist

Statt vor einer leeren WordPress-Seite zu sitzen, startet man mit:

  • Import einer fertigen Vereinswebsite
  • einer fertigen Seitenstruktur
  • vorbereiteten Bereichen für typische Vereinsinhalte
  • einer Technik-Basis, die nicht erst zusammengesucht werden muss
  • Layout und Technik die bereits abgestimmt sind
  • Beispielinhalten, Bildern und Texte, die nur noch ersetzt werden müssen

Danach läuft es wie ganz normales WordPress weiter

Die Arbeit im Verein verschiebt sich damit weg von „Wie bauen wir das?“ hin zu „Welche Inhalte brauchen wir?“.

Inhalte, die jede Vereinswebsite braucht (egal welche Lösung)

Unabhängig davon, ob Baukasten, Agentur oder WordPress: Bestimmte Inhalte braucht jede Vereinswebsite:

  • Angebot / Projekte: Was macht der Verein eigentlich? Für wen? Wann?
  • Termine: Trainingszeiten, Proben, Veranstaltungen, Spiele.
  • Mitglied werden: Infos zur Mitgliedschaft, Beiträge, Ansprechpartner
  • Kontakt, Impressum & Datenschutz: Pflicht.

Optional – je nach Verein und Aktivität:

  • News / Berichte
  • Galerie (Fotos von Veranstaltungen, Mannschaften, Auftritten)
  • Downloadbereich (Satzung, Formulare, Protokolle)
  • Sponsoren– und Spendenbereich
  • Über uns
  • interne Mitgliederbereich
  • Newsletter
  • Presseberichte

Hier findest du komplette empfohlene Seitenstruktur inklusive Unterseiten.

Welche Lösung passt? (Entscheidungsbaum)

Nach all den Vergleichen bleibt oft trotzdem die Frage: „Ja gut … aber was heißt das für uns?“ Genau dafür ist der Entscheidungsbaum gedacht.

Er reduziert die Frage „Welche Lösung für Vereinswebsite ist die beste?“ auf ein paar Ja/Nein-Entscheidungen:

  • Wie schnell muss die Website online sein?
  • Ist ein Abo okay oder eher nicht?
  • Gibt es intern jemanden, der sich kümmern kann?
  • Oder braucht es externe Hilfe – mit entsprechendem Budget?

Der Baum zeigt nur, wo Vereine mit ähnlichen Voraussetzungen am Ende realistisch landen.

Entscheidungsbaum Vereinswebsite erstellen

Wenn du den Baum von oben nach unten durchgehst, kommst du automatisch bei der Lösung an, die zu Zeit, Budget und internen Ressourcen passt.

(Viele Vereine landen dabei übrigens nicht dort, wo sie am Anfang dachten.)

Ist die Wahl getroffen, die nächsten Schritte:

Häufige Fragen

Ja, ein Wechsel ist möglich. Was meist nicht mitkommt, sind Design, Struktur und spezielle Baukasten-Funktionen. Inhalte (Texte, Bilder) lassen sich in der Regel übernehmen, müssen aber neu einsortiert werden. Je länger ein Baukasten genutzt wurde, desto größer ist der Umzugsaufwand.

Nicht „alle“, aber mehr als eine Person.
Sinnvoll sind Rollen: z. B. eine Person mit Admin-Rechten und 1–2 weitere für Inhalte (Beiträge, Termine). So bleibt die Website pflegbar, auch wenn Zuständigkeiten im Verein wechseln.

Für Baukasten: sehr wenig.
Für WordPress: grundlegendes Verständnis reicht, wenn die Grundeinrichtung sauber ist. Die größten Hürden liegen nicht im Bedienen, sondern in schlechte Struktur, nicht geeignete Plugins, fehlender Datenschutz. Ist das gelöst, wird WordPress schnell Routine.

  • Baukasten: laufende Abos, oft steigende Tarife
  • Agentur: Kosten für Änderungen oder Betreuung
  • WordPress: Hosting & Domain, selten kostenpflichtige Plugins

Teuer wird es meist nicht durch Technik, sondern durch Abhängigkeiten oder Zusatzwünsche.